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Kurzzeittherapie erklärt: Die Macht einer einzigen Sitzung

In einem aktuellen Podcast-Interview wird die lösungsorientierte Kurzzeittherapie als radikal klientenzentrierter Ansatz vorgestellt:

Der Klient kennt die Lösung bereits – der Therapeut hilft nur, sie sichtbar zu machen.

Zentrale Haltung:

Der Therapeut ist kein Experte für das Problem, sondern Begleiter, der aktiv zuhört, Vertrauen schafft und gezielte Fragen stellt. Statt jahrelang in der Vergangenheit zu graben, richtet sich der Fokus konsequent auf das, was bereits funktioniert.

Wichtige Prinzipien:

  • Lösungen entstehen aus Ausnahmen vom Problem („Wann war es schon mal besser?“)

  • Stärken und vorhandene Kompetenzen werden bewusst gemacht

  • Konkrete, kleine nächste Schritte werden erarbeitet

  • Die Sitzung (meist 45–90 Minuten) wird so gestaltet, als wäre sie die einzige – dadurch entsteht hohe Intensität und Klarheit

Viele Menschen erleben schon nach einer Sitzung spürbare Erleichterung. Nachuntersuchungen zeigen: Bei über 70 % der Klienten hält die Veränderung nach einem Jahr noch an. Themen wie Stress, Ängste, Beziehungsprobleme, Entscheidungskrisen oder belastende Verhaltensmuster lassen sich oft mit 1–3 Sitzungen bearbeiten.

Kurzzeittherapie ist keine Abkürzung, sondern eine andere Philosophie:

Sie traut dem Menschen zu, Experte seines eigenen Lebens zu sein – empowernd, effizient und nachhaltig wirksam.

Herzlichst, Sandra Sett

Psychotherapie für Rheinberg, Moers, Wesel, Duisburg und Umgebung

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Landarztquote – und wo bleibt die Landtherapie?

Im Medizinstudium gibt es seit einigen Jahren die sogenannte Landarztquote: Wer sich verpflichtet, später in einer unterversorgten Region zu arbeiten, bekommt einen Studienplatz. Die Idee ist simpel – mehr Ärztinnen und Ärzte aufs Land bringen. Und sie wirkt zumindest teilweise.

In der Psychotherapie gibt es so etwas nicht. Obwohl die Lage ähnlich ist. In vielen Landkreisen finden Menschen monatelang keine Therapeutin, keinen Therapeuten. Manche fahren über hundert Kilometer für eine Sitzung. Die Bedarfsplanung ist veraltet, die Zahl der Kassensitze orientiert sich an alten Verhältnissen, nicht am realen Bedarf.

Warum also keine „Landtherapiequote“? Man könnte Studierenden oder Ausbildungskandidat*innen gezielt Anreize geben: geförderte Ausbildung, gesicherte Praxissitze in unterversorgten Regionen, verlässliche Startbedingungen. Stattdessen bleibt das System starr.

Die Folge: Wer auf dem Land lebt und psychische Hilfe braucht, bleibt oft außen vor. Dabei ist psychische Gesundheit keine Frage der Postleitzahl. Wenn der Staat für die ärztliche Versorgung Quoten schafft, sollte er auch die seelische nicht dem Zufall überlassen.

Herzlichst, Sandra Sett

Psychotherapie für Rheinberg, Moers, Wesel, Duisburg und Umgebung

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