Sandra Sett Sandra Sett

Gefährliche Helfer: Wenn Medikamente zur Sucht werden

Sie sollen Schmerzen lindern, beim Einschlafen helfen oder die Angst nehmen:

Medikamente sind aus der modernen Medizin nicht wegzudenken.

Doch was als harmlose Therapie beginnt, kann schleichend in eine Abhängigkeit führen. In Deutschland sind schätzungsweise über eine Million Menschen medikamentenabhängig – oft, ohne es selbst zu bemerken.

Besonders hoch ist das Risiko bei sogenannten Benzodiazepinen (Schlaf- und Beruhigungsmitteln) sowie bei starken opioidhaltigen Schmerzmitteln.

Das Heimtückische daran: Die Sucht entwickelt sich meist unauffällig im Alltag. Nach einer gewissen Zeit gewöhnt sich der Körper an den Wirkstoff (Toleranzentwicklung).

Die Folge: Um dieselbe Wirkung zu erzielen, muss die Dosis erhöht werden. Werden die Tabletten dann plötzlich weggelassen, reagiert der Körper mit Entzugssymptomen wie Unruhe, Schlaflosigkeit oder verstärkten Schmerzen – genau den Symptomen, die man eigentlich bekämpfen wollte.

Ein Teufelskreis entsteht.

Wichtig zu wissen: Eine Medikamentenabhängigkeit ist keine Charakterschwäche, sondern eine ernstzunehmende Erkrankung, die jeden treffen kann.

Die Grenze zwischen rein medizinischer Einnahme und psychischer sowie körperlicher Abhängigkeit ist fließend. Warnsignale sind beispielsweise das Verlangen nach einer höheren Dosis, heimliche Vorratsbeschaffung oder die Einnahme ohne ärztliche Absprache.

Der Weg heraus

Der erste und wichtigste Schritt ist das Eingeständnis.

Ein plötzlicher kalter Entzug auf eigene Faust kann jedoch gefährlich sein. Wer den Verdacht hat, abhängig zu sein, sollte sich vertrauensvoll an eine Ärztin, einen Arzt oder eine Suchtberatungsstelle wenden.

Mit professioneller Begleitung und einem schrittweisen Ausschleichen der Medikamente gelingt der Weg zurück in ein selbstbestimmtes Leben.

Herzlichst, Sandra Sett

Psychotherapie und Hypnosetherapie

für Rheinberg, Moers, Wesel, Duisburg und Umgebung

Weiterlesen