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Die Adventszeit: Licht und Schatten der Seele

Die Adventszeit wird als besinnliche Vorfreude verkauft – doch psychologisch ist sie ein emotionaler Hochleistungssport. Plötzlich sollen wir perfekt harmonisch, dankbar und entspannt sein, während Alltag, Finanzen und Familienkonflikte weiterlaufen.

Das Phänomen hat einen Namen: „Holiday Blues“.

Studien (z. B. der American Psychological Association) zeigen, dass Stress, Einsamkeit und depressive Symptome im Dezember signifikant steigen.

Der soziale Vergleich (Instagram-Weihnachtsglanz) verstärkt das Gefühl des Versagens. Gleichzeitig aktiviert das kollektive „Es muss perfekt sein“ alte Kindheitserwartungen: Wer damals wenig Geborgenheit erlebte, spürt die Diskrepanz heute besonders schmerzhaft.

Was hilft wirklich?

- Erwartungen bewusst senken: Ein einfacher Adventskranz reicht.

- Grenzen setzen: Nein zu jeder dritten Einladung ist Selbstschutz.

- Kleine Rituale statt großer Inszenierung: Eine Kerze, ein Tee, zehn Minuten Stille.

- Einsamkeit benennen statt verdrängen – oft nimmt sie schon ab, wenn man sie beim Namen nennt.

Die Adventszeit kann heilend sein, aber nur, wenn wir sie als Einladung zur Ehrlichkeit nutzen statt als weitere Leistungsprüfung. Innehalten statt perfekt sein – das ist das eigentliche Geschenk.

Herzlichst, Sandra Sett

Psychotherapie für Rheinberg, Moers, Wesel, Duisburg und Umgebung

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Einsamkeit: Ein stiller Begleiter

Einsamkeit ist mehr als das Fehlen von Gesellschaft – sie ist ein tiefes Gefühl der Isolation, das auch in Menschenmengen auftreten kann. Psychologisch betrachtet entsteht Einsamkeit, wenn unsere sozialen Bedürfnisse nach Verbindung, Verständnis und Zugehörigkeit unerfüllt bleiben. Sie kann durch Lebensübergänge wie Umzüge, Verluste oder gesellschaftliche Veränderungen ausgelöst werden.

Einsamkeit wirkt sich auf Körper und Geist aus: Sie erhöht Stresshormone, schwächt das Immunsystem und kann Depressionen begünstigen. Dennoch ist sie kein Schicksal. Bewusste Schritte wie der Aufbau kleiner, authentischer Verbindungen – ein Gespräch mit einem Nachbarn, ein Anruf bei einem Freund – können helfen. Auch Selbstmitgefühl spielt eine Schlüsselrolle: Sich selbst zu akzeptieren, reduziert den inneren Druck, perfekt sein zu müssen, um geliebt zu werden.

Wichtig ist, Einsamkeit nicht mit Alleinsein zu verwechseln. Letzteres kann erfüllend sein, wenn es bewusst gewählt wird. Wer jedoch unter Einsamkeit leidet, sollte aktiv werden: Hobbys, Ehrenämter oder Therapie bieten Wege, Verbindungen zu knüpfen. Einsamkeit ist menschlich, doch sie muss nicht dauerhaft sein – der erste Schritt beginnt mit einem kleinen Mut zur Öffnung.

Herzlichst, Sandra Sett

Psychotherapie für Rheinberg, Moers, Wesel, Duisburg und Umgebung

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