Männerdepression: Wenn die Maske aus Stärke fällt
Depression bei Männern wird oft übersehen – sowohl von Betroffenen als auch von ihrem Umfeld.
Während Frauen häufiger Niedergeschlagenheit, Grübeln und Rückzug zeigen, äußert sich die Männerdepression meist anders: Reizbarkeit, plötzliche Wutausbrüche, Aggressivität, riskantes Verhalten (schnelles Fahren, übermäßiger Alkoholkonsum, Affären) oder übertriebene Arbeitswut stehen im Vordergrund.
Viele Männer spüren zwar innere Leere und Erschöpfung, deuten diese Gefühle jedoch als Schwäche und kämpfen weiter mit der gesellschaftlich geforderten Rolle des starken, lösungsorientierten Mannes. Das führt dazu, dass klassische depressive Symptome wie anhaltende Traurigkeit seltener erkannt werden.
In Deutschland zeigen aktuelle Daten (2023/2024), dass depressive Symptome bei Frauen deutlich häufiger diagnostiziert werden (ca. 15–16 %) als bei Männern (ca. 6–8 %). Dennoch sterben Männer 3–4-mal häufiger durch Suizid – ein dramatisches Warnsignal.
Frühe Anzeichen ernst nehmen
Starke Gereiztheit oder plötzliche Aggression
Rückzug aus sozialen Kontakten trotz „Alles ok“
Vermehrter Alkohol-, Medikamenten- oder Substanzkonsum
Körperliche Beschwerden ohne klaren Befund (Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Erschöpfung)
Depression ist keine Charakterschwäche, sondern eine behandelbare Erkrankung. Der erste mutige Schritt – mit einem Arzt oder Therapeuten zu sprechen – kann Leben retten.
Herzlichst, Sandra Sett
Psychotherapie für Rheinberg, Moers, Wesel, Duisburg und Umgebung
Einsamkeit: Ein stiller Begleiter
Einsamkeit ist mehr als das Fehlen von Gesellschaft – sie ist ein tiefes Gefühl der Isolation, das auch in Menschenmengen auftreten kann. Psychologisch betrachtet entsteht Einsamkeit, wenn unsere sozialen Bedürfnisse nach Verbindung, Verständnis und Zugehörigkeit unerfüllt bleiben. Sie kann durch Lebensübergänge wie Umzüge, Verluste oder gesellschaftliche Veränderungen ausgelöst werden.
Einsamkeit wirkt sich auf Körper und Geist aus: Sie erhöht Stresshormone, schwächt das Immunsystem und kann Depressionen begünstigen. Dennoch ist sie kein Schicksal. Bewusste Schritte wie der Aufbau kleiner, authentischer Verbindungen – ein Gespräch mit einem Nachbarn, ein Anruf bei einem Freund – können helfen. Auch Selbstmitgefühl spielt eine Schlüsselrolle: Sich selbst zu akzeptieren, reduziert den inneren Druck, perfekt sein zu müssen, um geliebt zu werden.
Wichtig ist, Einsamkeit nicht mit Alleinsein zu verwechseln. Letzteres kann erfüllend sein, wenn es bewusst gewählt wird. Wer jedoch unter Einsamkeit leidet, sollte aktiv werden: Hobbys, Ehrenämter oder Therapie bieten Wege, Verbindungen zu knüpfen. Einsamkeit ist menschlich, doch sie muss nicht dauerhaft sein – der erste Schritt beginnt mit einem kleinen Mut zur Öffnung.
Herzlichst, Sandra Sett
Psychotherapie für Rheinberg, Moers, Wesel, Duisburg und Umgebung